Markus Hof

(1)-2, 4-4, 5

Was soll uns diese Zahlenfolge sagen? Ist es ein Tipp für Jogi Löw für die nächste taktische Ausrichtung? Gut, wenn 15 Spieler auf dem Platz sein dürften, wäre das eine Möglichkeit.

Nein, es ist viel besser. Das ist die Abfolge der Länge der Postleitzahlen in Deutschland! Denn am 1.7.2018 hat die fünfstellige Postleitzahl 25. Geburtstag. ein Grund zu feiern und an Rolf zu erinnern. Rolf war diese nervige gelbe Hand mit fünf Fingern, was ja zu einer Hand durchaus passt – aber leider auch zwei Beinen. Das passt nun weniger zu einer Hand.

So ein Vierteljahrhundert ist ja durchaus ein Grund, mal zurückzuschauen und auch mal zu gucken, was die Vorfahren so gemacht haben.

Alles ging 1941 los. Da führte das Reichspostministerium sogenannte Päckchenleitgebiete ein. Die orientierten sich an der Gaueinteilung und ging von 1 bis 24. 1943 gab es dann auch eine Anweisung, dass für den Briefverkehr Gebiete bis zur Nummer 32 zu verwenden sind.

Das ganze hielt sich mehr oder weniger bis 1962. Nach 1945 wurde ja einige Leitzahlen schlicht nicht mehr gebraucht, diese wurden dann nicht mehr verwendet. Im März 1962 wurden dann die vierstelligen Postleitzahlen in Westdeutschland eingeführt, diesmal durch das Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen. Die Deutsche Post der DDR führte ebenfalls ein vierstelliges System ein, allerdings erst Anfang 1965.

So entstanden logischerweise Dopplungen. Die bekannteste und wohl auch am meisten zitierte ist die Postleitzahl 5300 für Bonn und Weimar. Da es aber ja durchaus Briefverkehr zwischen Ost- und Westdeutschland gab, musste man sich etwas einfallen lassen. Da die Bundesrepublik die DDR nicht als Staat anerkannte war es zunächst üblich, ein „X“ voranzustellen, wenn man etwas  in die DDR versendete. Erst in den 70er-Jahren gab es ein bilaterales Abkommen und wann stellte ein „D“ bzw. ein „DDR“ der Postleitzahl voran.

Interessant ist übrigens, dass die westdeutsche Verteilung der Postleitzahlen vorsah, dass die DDR irgendwann postleitzahlentechnisch mitverfolgt werden müsse, während die DDR das System komplett ohne diese Reserven einführte.

Tja, und dann kam die Wiedervereinigung und trotz der Reserve war es dann nötig, recht schnell ein ganz neues System einzuführen. Es wurde 1993 die fünfstellige Postleitzahl in Deutschland eingeführt. In der Zeit zwischen 1990 und 1993 behalf man sich mit dem Voranstellen von „W“ für West und „O“ für Ost, um doppelte Postleitzahlen auseinanderzuhalten. Das wäre im übrigen auch als Dauerlösung gegangen.

Aber die Deutsche Bundespost wollte etwas Geld ausgeben, nehme ich an. Schließlich muss das ganze Porto ja sinnvoll reinvestiert werden. Also wurden 400 Millionen DM ausgegeben, so sagte es die Deutsche Post. Davon waren 80 Millionen DM für Werbung – also hat jeder Deutsche für ca. 1 DM Werbung genießen dürfen.

Zur Ehrenrettung der Post muss man jedoch sagen, dass man mit der Einführung des neuen Systems auch erkannte Schwachstellen behoben hat. So wurde die maschinelle Sortierquote signifikant erhöht und auch Großempfänger können effizienter bearbeitet werden.

Und meine Erinnerung an die Umstellung ist, dass es zwar nervte diesen „Rolf“ dauernd zu sehen. Denn er war ja überall präsent. Aber insgesamt hat das echt gut geklappt. Ich frage mich angesichts der heutigen Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Flughafen Berlin, wie sowas heutzutage wohl wäre…


 

2 Gedanken über “(1)-2, 4-4, 5

  1. Michael Gerke

    Du hast vergessen, dass nicht nur die Post Geld ausgeben wollte, alle Akzidenzdruckereien haben sich gefreut, 1993 Millionen von neuen Postleitzahlenbüchern zu drucken und zu verteilen. Ich war bei einem der beteiligten Druckhäuser- Burda- das Projekt war dort groß und auch bei allen anderen GroßDruckereien. Wenn Man heute noch mal kurz über PLZ und Telefonbücher nachdenkt, muss man wohl lachen, das Zeug haben wir schließlich alle im Smartphone fast überall zugänglich

    1. markushof Beitrags Autor

      Gar nicht zu reden vom Datenschutz! Was würde wohl die DSGVO zu beleben Büchern sagen, in denen Namen UND Telefonnummern ganz öffentlich aufgeschrieben sind. Da hat man mit PLZ natürlich weniger zu befürchten…..

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