Markus Hof

bild.de: Heute besucht!

Es ist Sonntag und somit etwas Zeit, auch einmal etwas total Ungeheuerliches zu tun. Ich besuchte die Webseite bild.de – also die BILD-Zeitung online. Skandal! Aber ich möchte mich verteidigen: *eigentlich* habe ich das nur getan, weil mir erzählt wurde, dass die recht restriktiv mit Besuchern umgehen, die AdBlocker verwenden. Also diejenigen Besucher, die sich via Drittsoftware die Werbeanzeigen ausblenden lassen. Dennoch war ich auch ansonsten interessiert.

Bild.de sagt ganz klar: wir bieten Dir hier „Nachrichten“ oder gar „Journalismus“ an, für den man normalerweise (gedruckte Zeitung, Fernsehen, etc.) bezahlt. Das finanzieren wir an dieser Stelle durch Werbung. Und wer sich dem entzieht, der soll auch nichts mehr sehen. Nun kann man über die Seriosität und journalistische Qualität der BILD-Zeitung geteilter Meinung sein. Der Grundsatz ist aus meiner Sicht irgendwie nachvollziehbar. Und auch technisch gut umgesetzt; um das zu probieren war ich ja auf der Webseite. Es klappt wirklich technisch sehr gut.

Was habe ich sonst gelernt bei dem Besuch auf einer Zeitung, die ich sonst nur sehr selten lese (weder on- noch offline, aber zumindest gebe ich zu, dass ich sie gelegentlich konsumiere)? Ich habe ein tolles Feature entdeckt:

Ende der BILD onlineEnde der BILD online

Ende der BILD online

Tja, kannste nix machen. Hier ist es dann auch mal zu Ende mit der Herrlichkeit. Aber es gibt direkt den Link zum Seitenanfang. Sehr gelungen.

Im Schnelldurchlauf – wie früher bei der Hitparade – meine Highlight-Artikel, die nicht erst hinter der auch vorhandenen Bezahlschranke erreichbar waren. Also sozusagen aus dem öffentlichen bild.de-Teil.

  1. Frau Petry bleibt Parteichefin in Sachsen (der AfD). Aber es gab Probleme mit den Stimmzetteln, weil einige Mitglieder die vorschnell weggeworfen haben. Wurde scheinbar korrekt und schnell behoben. („Stimmzettel-Chaos“)
  2. In Neuburg an der Donau würden einige Straßen so heißen wie während der Nazi-Zeit, wenn denn ein Beschluss aus dem Jahre 2014 wortgetreu umgesetzt würde. War eher ein Formulierungsfehler, der dazu führte, dass es beispielsweise theoretisch eine Adolf-Hitler-Straße gibt. Hat natürlich keiner in Straßenschilder umgesetzt und dem Grunde nach wäre solch ein Beschluss sicher auch hinfällig, weil sittenwidrig, wenn ernstgemeint. Aber die Bild schreibt mal drüber… („Nazi-Panne“)
  3. Es gibt 15 erstaunliche Fakten – also eher „Fakten“ – über die Firma IKEA zu berichten. Nunja, die Zahl 15 stimmt – auf so viele Aufzählungspunkte kam ich auch beim Nachzählen. Inhaltlich eher mau. („Erstaunliche IKEA-Fakten“)

Also, kann ich alles in allem sagen: wenn ich mal vergessen sollte, wie man meinen AdBlocker ausschaltet, werde ich nicht im Handbuch alleine deswegen nachlesen, weil ich unbedingt bild.de besuchen muss.

Und dem geneigten Leser auf dieser Seite sei noch ein kleiner Tipp mitgegeben: wenn man nicht mehr weiter nach unten scrollen kann, ist man am Ende dieser Seite. Dann einfach in die andere Richtung scrollen – oder eine andere Seite aufrufen, denn hier ist man ja am Ende…


 

 

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