Markus Hof

Buchbesprechung*: „Elizabeth II. – Das Leben der Queen“ von Thomas Kielinger

Elizabeth II. - Das Leben der Queen

„Elizabeth II – Das Leben der Queen“ von Thomas Kielinger, ISBN: 978-3-423-34818-8, Foto: Markus Hof

Ein Buch über die Queen? Tja, sicher nicht die typischste Lektüre für mich. Aber nun auch nicht unbedingt komplett etwas anderes als ich meistens lese; denn irgendwie ist ja auch das eine Biografie, eine königliche eben. Und Biografien lese ich wirklich gerne. Dazu kommt dann, dass die „Frau Queen“ eine, wie ich finde, durchaus interessante Person ist. Eine Person der Zeitgeschichte allemal.

Und abgesehen davon: ein klein wenig finde ich den Glanz und Gloria des englischen Königshauses schon toll. Wie ein kleines Kind. Aber es ist ja auch toll…

Nun aber zum Buch und zum Inhalt.

Kielinger beschreibt extrem gut, aber auch extrem lange, welche Motivation die Queen wahrscheinlich umtreibt, was sie zu der Frau machte, die sie zu sein scheint. Und genau an dieser Formulierung erkennt man das größte Problem des Buches. Es bleibt ein Blick von außen – es muss sich auf Mutmaßungen beschränken. Echte Einblicke hinter die Kulissen gibt es nicht.

So wird sehr tiefgründig erklärt, warum, woher und von wem die Queen ihr unbändiges Pflichtbewusstsein hat. Aber ob sie auch in den wenigen privaten Momenten so ist oder ob sie dort einmal andere Seiten von sich zeigt, das erfährt man nicht. Es ist schlicht nicht allgemein bekannt und deswegen fand es keinen Eingang in das Buch.

Auch alle anderen Beobachtungen des Autors sind öffentlich hinlänglich bekannt. Er erläutert dann diese Beobachtungen und versucht eine Erklärung zu geben, was auch meist recht anschaulich und verständlich gelingt. So erfährt man viel über das öffentliche Leben und Wirken der Queen und auch über ihre Herkunft, Ihre Sorgen, Ihre Motivation und die Zwänge, denen sie ausgesetzt ist.

Aber niemals geht es über mehr oder weniger bekannte Details hinaus.

Man kann also zusammenfassend sagen, dass es ein sehr gutes Werk ist, um damit zu beginnen, sich mit dem Leben von Elizabeth II. zu befassen. Es gibt einen sehr guten Überblick und erzählt schön von den Zwängen, den man als Königin ausgesetzt ist bzw. denen man durchaus auch als Staatsoberhaupt folgen muss. Mit diesem Rüstzeug kann man sich dann vertiefenden Studien widmen.

Das mag sich negativer lesen, als ich ich es meine. Das Buch liest sich wirklich gut ist auch handwerklich sehr gut erstellt worden. Meine Aufmerksamkeit war beim Lesen jederzeit zu 100% beim Text und des Öfteren konnte man schmunzeln über die gut gewählten Formulierungen des Autors.

Und – was bei mir immer ein guter Indikator für die persönliche „Buchbewertungsskala“ ist – ich konnte das Buch einfach so „weglesen“. Damit meine ich, ich musste mich nie zwingen, weiterzulesen oder Abschnitte nicht zu überspringen und es fiel mir manchmal schwer, es aus der Hand zu legen.

Alles in allem mag es tiefgründigere Bücher über Queen Elizabeth II. geben. Das vorliegende Buch jedoch gewährt einen guten Überblick und liest sich sehr schön.

 


* Erklärung zu der Rubrik “Buchbesprechung”:

Ich habe diese Rubrik mit Absicht nicht Buchkritik oder Literaturbeurteilung oder so etwas in diese Richtung genannt. Denn ich erhebe nicht den Anspruch, ein Buch in Gänze zu beurteilen und ich maße mir nicht an, zu verstehen und auch noch korrekt widergeben zu können, was Autoren sagen wollten und schon gar nicht, dies auch noch zu bewerten. Weder positiv noch negativ. Ich schreibe etwas darüber, was mir bei bestimmten Büchern aufgefallen ist und wie ich das sehe. Das können mehrere Aspekte sein oder nur einer. Vielleicht auch nur ein Nebensatz.


 

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