Markus Hof

Der Bundesgerichtshof ist schuld!

Und zwar an diesem Artikel. Denn eine aktuell verhandelte Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Kreissparkasse Groß-Gerau erregte meine Aufmerksamkeit.

Dabei geht es «lediglich» darum, ob eine Bank Geld dafür verlangen darf, wenn sie TAN per SMS an die Kunden versendet oder ob die Bank kostenfrei dafür sorgen muss, dass die Sicherheit bei Überweisungen gegeben ist.

Dazu las ich einen Bericht bei «Spiegel online» und dort waren einige andere Gebühren aufgelistet, die sich Banken so einfallen lassen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir dabei das Vorgehen der Volksbank Meerbusch. Diese Bank erhebe Gebühren für nicht genutzte Dispokredite. Laut«Spiegel online» zahle man als Kunde dort einen Zinssatz von 0,15% (pro Monat) auf den nicht genutzten Betrag des Dispokredits.

Ich frage mich, ob bei denen wirklich noch jemand einen Dispokredit haben möchte.

Aber mal ganz unabhängig davon: Gerade gibt es ja bei ganz vielen Banken Änderungen in den Preismodellen. Besonders die Filialbanken – und hier nach meiner Erfahrung besonders die Sparkassen und Volksbanken – werden da teilweise extrem unverschämt.

So habe ich beispielsweise mitbekommen, dass die «Sparkasse Südliche Weinstraße» in einer Filiale keine direkte Beratung mehr anbietet. Sondern nur per Video-Chat. Man kann dort also in die Filiale gehen und per Video-Chat mit einem Mitarbeiter Kontakt aufnehmen, der woanders sitzt. Halleluja.

Und auch Direktbanken – wie zum Beispiel die Netbank in Hamburg, die früher mal extrem gut war, aber nach dem Kauf durch die Augsburger Aktienbank AG dramatisch schlecht wurde – fangen an, Kontoführungsgebühren zu erheben.

Nun ist es aber so, dass nahezu jede Bank sich ein eigenes System ausdenkt. Mal kostet die Kontoführung etwas, mal sind dann Überweisungen kostenfrei, mal sind die nur kostenfrei, wenn via Internet durchgeführt, manchmal kostet auch das. Und manchmal treibt es so skurrile Blüten wie oben erwähnt.

Schaut man sich nun einmal an, welche Pflichtangaben Verkäufer von Waschmaschinen machen müssen, so stößt man auf unter anderem die folgenden Pflichtangaben:

Energieverbrauch in kWh pro Standardprogramm „Baumwolle 60 °C“

Wasserverbrauch pro Standardprogramm „Baumwolle 60 °C“

Da kann man noch sagen, dass so etwas ja wirklich sinnvoll ist, denn dann kann man Beispiele aus der Praxis vergleichen und gewinnt einen guten Überblick über die Waschmaschinen, für die man sich interessiert. Und dazu passt, dass auch das folgende eine Pflichtangabe bei Waschmaschinen ist:

Durchschnittlicher jährlicher Energie- und Wasserverbrauch ausgehend von 200 Standardprogrammzyklen „Baumwolle 60 °C“ eines Vier-Personen-Haushalts

Das ist doch perfekt und wunderbar nah an der Realität. Da sagt mir der Verkäufer einer Waschmaschine direkt auch, was an Nebenkosten entsteht, wenn ich die benutze. Selbstredend sind solche Werte wie Energieeffizienzklasse auch Pflichtangaben.

Kann man jetzt für übertrieben halten, ist in Deutschland aber ja schon Vorschrift. «Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung» heißt es, um ganz genau zu sein.

Und in Supermärkten und natürlich auch Onlineshops gibt es schon länger die Preisangabenverordnung (PAngV), die die Angabe von Grundpreisen erforderlich macht. Dort muss man dann angeben, was 1 kg oder 100 Gramm eines Produktes kostet, basierend auf dem Preis der jeweiligen Packungsgröße.

Nun frage ich mich, warum schützt man den Verbraucher an diesen Stellen so extrem, dass es teilweise ja schon wieder witzig ist, lässt ihn aber gegenüber den Banken auf solch verlorenem Posten stehen?

Mein Vorschlag: Jede Bank muss den Kontogrundpreis pro Monat angeben. Und dieser muss dann alle Kosten beinhalten, die nötig sind, um (alles nur beispielhaft genannt) einen Gehaltseingang zu haben, Auskunft über den Kontostand zu bekommen, acht Lastschriften pro Monat abbuchen zu lassen und sieben Überweisungen zu tätigen und drei Mal Geld abzuheben an einem Geldautomaten. Und das kostet dann soundsoviel Euro pro Monat.

Das wäre doch was. Dann könnte der Kunde direkt auf einen Blick vergleichen und feststellen, wo es für ihn am günstigsten ist – naja, sein könnte. Aber letztlich hat ja auch nicht jeder einen 4-Personenhaushalt und macht 200 Wäscheladungen im Jahr. Ein guter Indikator ist es allemal.

Und jeder Kunde, der bereits heute schon die Preisverzeichnisse der Banken genau studiert und die AGB durchliest, wird ja davon nicht abgehalten.

Vielleicht sollte ich diesen Vorschlag mal an das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz senden. Ist ja Wahljahr, wer weiß, was die Jungs da alles so treiben. Der Minister Maas ist ja durchaus umtriebig.

Vielleicht befasst sich ja wirklich jemand damit…


 

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