Markus Hof

Die CDU hat Spaß

Nachdem ich mich der SPD bereits im letzten Beitrag gewidmet habe, vor allem mit einem Beitrag über das Mitgliedervotum, bleibt heute einmal Zeit für die Christlich Demokratische Union Deutschlands. Auch was Feines.

Tja, die CDU stellt wieder die Bundeskanzlerin. Am 14. März 2018 wurde sie, man muss ja fast schon sagen endlich, gewählt. Witzig ist, dass ja bei allen Unklarheiten der letzten Zeit niemand ernsthaft daran dachte, dass Frau Merkel nicht mehr Bundeskanzlerin wird. Wahrscheinlich hätte eine Zeit der Minderheitsregierung die Dauer ihrer Kanzlerschaft nur verkürzt. Ob es nun eine längere Dauer sein wird, werden wir – aufgrund der fehlenden Vergleichswerte – nie erfahren.

Interessant jedoch, dass die parteiinterne Kritik in der CDU sogar anscheinend so stark zugenommen hat, dass sie nach außen dringt. Das ist nicht unbedingt etwas normales für diese Partei. Zumindest war es das in der Vergangenheit nicht. Da ist die SPD ja gänzlich anders. Dort heißt es dann „Erneuerung“. Aber auch die CDU will sich erneuern. Die FDP hat sich bereits erneuert, sagt sie. In den vier Jahren der außerparlamentarischen Opposition. Die AfD erneuert sich nicht und die Grünen auch nicht. Bei der Linken weiß ich es ehrlich gesagt nicht.

Man kann also festhalten, dass sich die ehemals großen Volksparteien erneuern. Und nebenbei, oder außerdem, auch erneuern. Erneuerung geht auch in der Regierung, sagt die SPD. Die CDU sagt nichts, da sie es aber auch macht und regiert, ist sie wohl der gleichen Meinung. Ich weiß nicht, ob das geht. Keine Erneuerungserfahrung bislang.

Aber es hört sich schrecklich an. Als müsse man alles über Bord werfen und komplett neu anfangen. Muss man das denn? Wäre es nicht klüger, solche Prozesse so zu gestalten, dass man sich immer dann an die Realität anpasst, wenn es sinnvoll ist? Oder sinnvoll erscheint? Braucht es immer diesen „Big Bang“? Wobei, nun ja die Frage sein dürfte, was genau ist das, was die beiden Parteien für die Realität halten.

Aber zumindest gibt es nun einen Gesundheitsminister, der als – Achtung! – Merkelkritiker gilt. Also jemand, der sich erdreistet, seine Meinung zu vertreten, auch wenn sie vielleicht (manchmal) anders ist als die der Parteispitze oder der Parteivorsitzenden. Dass „so jemand“ nun Minister wird – werden darf – feiern sie gerade als großen Erfolg in der CDU. Und was sie sich freuen und Spaß haben.

Eigentlich neige ich nicht zu Übertreibungen. Aber das ist ganz, ganz großer Sport. Und ich meine nicht die Tatsache, dass Herr Spahn nun Minister ist… ich meine, dass sie sich dermaßen freuen. Aber die Welt ist halt manchmal verrückt.


 

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