Markus Hof

Dinge ändern sich mit der Zeit

Eigentlich weiß jeder, dass nichts so bleibt wie es ist. Gerade in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit hat man das Gefühl, dass Nichts zu bleibt, wie es ist. Außer vielleicht ganz, ganz wenige Dinge – gefühlt übrigens die Dinge, die wir für uns sehr schätzen.

Mir ist heute wieder aufgefallen, wie sich etwas geändert hat. Oft fällt einem das ja gar nicht so direkt auf, weil Veränderungsprozesse oft schleichend sind und deswegen nicht bewusst wahrgenommen werden. Und wenn das so ist, dann braucht es manchmal einen irgendwie gearteten Auslöser, der einem die Veränderung (oder die Summe der Veränderungen) vor Augen führt.

So etwas hatte ich heute kurz nach dem dritten Kaffee. Ich war auf xing.com und hatte drei neue Nachrichten. Alle drei von Menschen, die in irgendeiner Form neues Personal suchen oder deren Job es ist, für andere neues Personal zu „beschaffen“. Das waren diese Woche nicht die ersten Nachrichten dieser Art.

Wenn ich daran denke, wie das alles einmal angefangen hat mit XING. Als ich mich angemeldet habe, war der Name noch openbc.com. BC stand für Business Club. Ich wurde von dem Marketingleiter des Unternehmens eingeaden, für das wir beide damals arbeiteten. Damals war übrigens im Dezember 2003. Gefühlt noch gar nicht so lange her.

Und seitdem hat sich durchaus vieles geändert. Auch XING ist mit der Zeit gegangen – es gibt die Premiummitgliedschaft – übrigens eine der wenigen Dinge, für die ich gerne etwas zahle. Es gibt auch „ProJobs“ – was ich für zu teuer erachte und irgendwie den Nutzen noch nicht verstanden habe. Aber wie auch immer, es geht ja gar nicht um die Entwicklung von OpenBC zu XING. Es geht mir um etwas anderes.

Früher hat man sich dort vernetzt mit Geschäftspartnern. Meist war es so, dass man sich nach einem Termin beim Verabschieden nochmal versicherte: „Sie sind auch auf OpenBC?“ Und dann schloss man dort „Freundschaft“, man verlinkte sich, der andere wurde ein Kontakt. Wie auch immer man es nannte.

Praktisch war es. Wechselte man den Arbeitgeber, so hatte „jeder“ die neuen Kontaktdaten. Gleiches galt für die eigenen Kontakte; man war stets up-to-date. Und manchmal schrieb man auch jemandem Nachrichten, um gezielt mit jemandem in Kontakt zu kommen, um irgendwie Geschäfte zusammen zu machen. Einer der wesentlichen Grundsätze, die ich mir bis heute bewahrt habe ist, dass ich nur mit jemandem vernetzt bin, den ich auch persönlich kenne. Es gibt davon nur zwei Ausnahmen und die haben jeweils einen ganz guten Grund.

Nun zu dem, was mir heute aufgefallen ist. Wie gesagt häufen sich zur Zeit Nachrichten von Headhuntern. Das wäre okay, wenn die Einstellung „auf Jobsuche“ aktiviert wäre. Auch wenn jemand eine Nachricht schreiben würde, weil er wirklich nur mit mir und sonst niemandem eine Stelle besetzen kann: na gut. Aber die massenmäßige und oft nur mühsam personalisierten Nachrichten sind etwas besserer Spam. Auch Recruiter von Unternehmen machen es sich oft leicht bei der Kontaktaufnahme via XING-Nachricht.

Ich bin dann so freundlich und sende auf jede einigermaßen vernünftige Nachricht eine Antwort. Nach dem Motto, es tue mir leid, aktuell ist es schlecht und stelle dann meist noch zwei bis drei Fragen zur Arbeitsweise des ursprünglichen Fragestellers. Die Antwortquote ist gering. Und das zeigt mir, dass es genau die richtige Antwort war, die ich gesendet habe.

Bleibt die Feststellung: Ich möchte auf XING nicht verzichten, aber früher war es weniger Arbeit, dort Mitglied zu sein…


 

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