Markus Hof

Eine Bahnfahrt…

… die ist lustig. Oder gefährlich. Jedenfalls ist mir das kürzlich auf der Linie S5 an der Haltestelle „Kühler Krug“ bewusst geworden, als ich nach Hause fuhr.

Es gibt ja Straßenbahnfahrer, die fahren sachte an und bremsen vorausschauend, so dass es kaum Verzögerungen zu geben scheint. Ein sehr angenehmes Gefühl, wie ich immer finde. Natürlich gibt es auch Fahrer, die eher „ruckelig“ fahren – wo man das Verzögern und Beschleunigen sehr deutlich spürt.

Bei meiner Fahrt war es ein Fahrer, der eher zu den „Rucklern“ gehört. Der Fairness halber muss man sagen, dass es sich aber noch im Rahmen bewegte, man konnte sich drauf einstellen. Und außerdem – die Pressestelle des KVV wies mich auch noch einmal darauf hin – soll man sich dauernd festhalten, denn man kann nie ausschließen, dass eine Gefahrenbremsung nötig wird. Und das ist ja auch vollkommen korrekt.

Eine ältere Dame tat dies nicht und fiel bei der Anfahrt und Bremsung zur Haltestelle „Kühler Krug“ buchstäblich der Länge nach hin. Sie hatte die Fahrweise des Fahrers falsch eingeschätzt. Sofort waren drei Fahrgäste bei ihr, die ihr helfen wollten und der Frau wieder auf die Beine halfen.

Soweit, so gut, wenn auch ärgerlich für die Frau. Es war ihr zumindest nichts Schlimmes passiert.

Aber dann… der Fahrer öffnete die Tür der Fahrerkabine sagte keinen Ton und schaute die Dame verächtlich an. Sehr vorwurfsvoll und nach dem (unausgesprochenen) Motto, sie solle es ja nicht wagen, sich zu beschweren.

Ein Wort der Entschuldigung fand er nicht, eine Nachfrage nach dem Befinden gab es erst recht nicht. Ein extrem arrogantes Auftreten.

Eine Haltestelle später nahm er dann einen Kollegen mit. Der Vorfall war vergessen, denn beide unterhielten sich recht lautstark über Kotflügelprobleme an einem Auto. Unzweifelhaft so laut, dass ich es im Fahr-„Gast“-raum mithören konnte.

Ich fragte vor dem Verfassen dieses Artikels bei der KVV-Pressestelle nach. So wollte ich wissen, ob es irgendwelche Anweisungen an Fahrer gibt, so zu reagieren wie beschrieben. Oder ob es andere Anweisungen zum Kontakt mit Fahrgästen gibt.

Die Fahrer sollen gegenüber Fahrgästen freundlich und hilfsbereit sein, wurde mir mitgeteilt. Nun, es hätte mich gewundert, wenn man Fahrern sagte, sie sollen unfreundlich sein. Leider wurde auf meine Frage, warum zwei KVV-Kollegen in der Fahrerkabine angeregte Gespräche führen dürfen, man selbst aber oft darauf hingewiesen wird, den Fahrer während der Fahrt nicht anzusprechen, gar nicht geantwortet.

Könnte natürlich sein, dass man als Fahrgast es deswegen nicht darf, weil man dann die Gespräche der Kollegen stört.

Selbstverständlich kann der KVV nicht wirklich etwas dafür, solch einen menschlich sehr besonderen Charakter als Fahrer zu haben. Und natürlich nützen die besten Schulungen und Anweisungen nichts, wenn Menschen einfach denken, sie sind schlauer, weil sie einen (in die Jahre gekommenen) Zug führen.

Wohl fühlt man sich so als Fahrgast eben erstmal nicht mehr.


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