Markus Hof

Eine GRATIS -juhu, was für ein geiles Angebot!

"Gratis" Zahnbürsten-Verpackungen

„Gratis“ Zahnbürsten-Verpackungen, Foto: Markus Hof

Nein, nein, liebe Leser… es handelt sich nicht um eine neue Aktion vom Media Markt oder Saturn. Es handelt sich schlichtweg um Dreierpacks von Zahnbürsten.

Also, genau genommen handelt es sich um Zweierpacks von Zahnbürsten, bei dem der Käufer eine „gratis“ dazu bekommt. Da man davon ausgeht, dass ein solches Angebot auch von niemandem abgelehnt werden kann, hat man die dritte Zahnbürste direkt auch in die Zweierpackung mit hinein gepackt. So ist es also faktisch eine Dreierpackung.

Man sieht es an dem Foto recht gut: „gratis“ ist ein sehr gerne benutztes Wort auf Zahnbürstenverpackungen. Zumindest bei den Firmen mit dem größten Marktanteil auf dem Zahnpflegemarkt 2015. Zusammen hatten Oral-B und Dr. Best ca. 30% Marktanteil. Man muss also festhalten: Es scheint ein gutes Konzept zu sein, dieses „Kaufe zwei, wir schenken Dir eins dazu“-System.

Primär fand ich das witzig, als mir auffiel, dass es scheinbar „immer“ so ist, dass man etwas geschenkt bekommt, solange man nur die Zahnbürsten im Zweier-/Dreierpack von Oral-B oder Dr. Best kauft. Ich habe mir wirklich noch nie darüber Gedanken gemacht, aber als ich vor einer Woche im örtlichen dm-Markt vor dem Regal stand, da konnte ich nicht mehr wegsehen.

Ich war gefangen von diesen Wahnsinnsangeboten. Soviel Geschenke! Wenn man nämlich zehn Packungen kauft, bekommt man ja sogar zehn Zahnbürsten geschenkt. Bei 100 sind es schon 100 Geschenke. Man kann es beliebig steigern. Bei 1.000 Packungen sind es…. usw.

Nachdem ich meinen ironischen Anfall wieder in den Griff bekommen habe, habe ich mal etwas genauer hingeschaut und nachgerechnet. Und etwas näher im Regal für Zahnbürsten hingesehen. An dieser Stelle übrigens ein Hoch auf die PAngV – die Preisangabenverordnung. Dort ist geregelt, dass (und ggfs. wann) Grundpreise angegeben werden müssen. So scheinbar auch bei Dreierpacks von Zahnbürsten.

Nun also zu den harten Fakten. Von Dr. Best kostet der Zweierpack, inklusive der geschenkten dritten „gratis“ Zahnbürste, also eigentlich der Dreierpack 1,85 €. Das macht laut Angabe auf dem Etikett 0,93 € pro Bürste – was auch ungefähr hinkommt, denn eine einzelne Bürste kostet im selben Markt 0,95 €.

Natürlich merkt der geneigte Mathematiker, dass die Grundpreisangabe eigentlich gar nicht stimmt, denn 1,85 geteilt durch 3 ist ca. 0,62 €. Aber: da ja nur zwei Bürsten im Dreierpack sind, die bezahlt werden müssen, passt das Ganze rechnerisch also durchaus.

Die Aussage auf der Verpackung ist also vollkommen nachvollziehbar. Einzeln liegt die bzw. eine durchaus vergleichbare Zahnbürste bei ca. 0,93/0,95 € pro Stück – wenn dann eine Packung mit drei Bürsten 1,85 € kostet, dann ist rechnerisch ganz sicher eine Zahnbürste gratis. Rechtlich gesehen handelt es hier um eine sogenannte „Dreingabe“. Keine „Draufgabe“ übrigens, nur um dem Beitrag hier wenigstens noch etwas Tiefgang zu verleihen. Wobei, diese Fragestellung kann man durchaus diskutieren… ich lege mich aber so fest.

Nun könnte man sagen, das ganze sei nur „ein Trick“, um damit die einzelnen Zahnbürsten für den Preis von 0,95 € verkaufen zu können. Dazu hätte ich auch geneigt – jedoch habe ich den Gedanken schnell verworfen. Denn es gibt zwar die Einzelzahnbürste für knapp einen Euro, aber auch vor allem deutlich mehr einzeln verpackte Zahnbürsten, die vielfach teurer angeboten werden. Zum Teil kosten die bis zu 2,50 €. Und da sind keine Gratisexemplare dabei, oder auch nur ansatzweise irgendwas Geschenktes.

Allerdings habe ich auch kein Dreierpack gefunden, dass ohne Dreingabe oder Rabattierung angeboten wurde.

Das bedeutet also: der Kunde bekommt Geschenke, wenn er mehr als eine Zahnbürste kauft. Kauft er nur eine oder eine ganz besondere, dann muss er eben mehr bezahlen. Und ich bin mir sicher, dass ich die Frage nach dem „Warum?“ in diesem Jahr nicht mehr beantworten kann. Und im neuen Jahr werde ich diese spannende Fragestellung sicher bereits vergessen haben.

Sowas aber auch….


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