Markus Hof

Es war mal wieder soweit…

… ich kam sprachlich an meine Grenzen. Ein schreckliches Gefühl, denn letztlich ist es ja auch peinlich, wenn man in seiner Muttersprache Lücken aufweist. Aber der Reihe nach.

In dem besagten Gespräch ging es um das Wahlrecht bzw. die Bedeutung und Auswirkung der beiden Stimmen für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Eine kleine Anmerkung: Baden-Württemberg macht es sich da mit der 1-Stimmen-Wahl schön leicht. Das finde ich persönlich gut.

Nun, jedenfalls wollte ich sagen, dass ein herausgehobener, prominenter Wahlkreisbewerber normalerweise auch über einen Listenplatz abgesichert ist. Um meine Erläuterung zu beschreiben, wollte ich sprachlich darstellen, was wäre, wenn er nicht auf der Liste – tja, und da sind wir am Punkt – „stünde“ oder „stände“…?

Einem ersten Impuls folgend sagte ich „stünde“. Dann habe ich mir die Stammformen des Verbes „stehen“ in Erinnerung gerufen: „stehen – stand -gestanden“. Also viel mit „a“. Spricht das vielleicht doch für „stände“?

Also muss man das einfach mal recherchieren.

Erste Frage: Wollte ich Konjunktiv 1 oder Konjunktiv 2 benutzen? Für den Konjunktiv 1 wäre beides falsch gewesen. Daher musste ich ja schon Konjunktiv 2 benutzen wollen. Diesen Konjunktiv benutzt man, wenn man irreale Bedingungen ausdrücken möchte. Und genau das wollte ich ja. Ich wollte ja genau eine Situation beschreiben, die es in der Realität so nicht gibt. Und das wollte ich tun, um zu verdeutlichen, warum es anders gehandhabt wird. Also wunderbar passend, wie ich also zielgerichtet die korrekte Form gefunden habe.

Nun ist es dann ja relativ einfach; man schmeisst das Internet an und fragt eine bekannte – und in diesem klaren Fall kann man sogar eine unbekannte fragen – Suchmaschine nach „Konjunktiv 2 stehen“.

Und schwupps, hat man die Antwort auf die Frage ob es nun „stünde“ oder „stände“ heißt. Und die Antwort ist dermaßen ernüchternd. Es geht beides.

Dieser Blick auf die Internetseite, die es mir verkündete… unbeschreibliche Leere machte sich breit in mir. Aber zumindest wieder was gelernt. Ist ja auch was wert.


 

Ein Gedanke zu “Es war mal wieder soweit…

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