Markus Hof

Früher war alles besser ;-)

Nein, so pauschal will ich das gar nicht sagen – aber ich wollte eine „eye catcher headline“ haben. Also eine reißerische Überschrift. Und heute soll es auch nicht um die komischen, nervenden und vor allem überflüssigen Anglizismen gehen. Aber dennoch um Sprache; hier besonders darum, wie man anderen Leuten schreibt.

Früher schrieb man einen Brief an die Oma oder die Tante. Oder eine Postkarte aus dem Urlaub. Man hat dann gesagt: „Ich schreibe einen Brief an Oma.“ Oder man sagte schlicht: „Ich schreibe (an) Oma (einen Brief).“ Oder natürlich der besagten Tante – aber es geht ja nicht um Verwandtschaftsbeziehungen.

Zugegeben, früher war ein Brief oder eine Postkarte so ziemlich das einzige, was man jemandem im Normalfall schrieb. Manchmal legte man sich Zettel zur Kommunikation zu Hause hin, wenn der eine erst zurück kam, wenn der andere schon wieder weg war. Oder wenn man nicht mehr miteinander redete – also schlimmsten Familienstreit hatte. Auch dann sagte man, man habe einen Zettel für das oder die anderen Familienmitglieder geschrieben.

So, nun fragt sich der geneigte Leser – und ich muss sagen… Gratulation, dass es jemand bis hierher durchgehalten hat – was will der Autor? Uns sagen, dass man heute „auf dem Handy“ anrufen könnte? Wahrscheinlich sogar bei Oma?

Es hat zwar mit dem Handy – welches heute ja Smartphone heißt – zu tun. Aber es geht bei weitem nicht um das Anrufen; das macht heute die Jugend nicht mehr. Ich höre es mittlerweile sehr oft: „Ich schreibe mit XY.“

„Schreiben mit“ ist also scheinbar neu in unsere Sprache hinzu gekommen. Weil die jungen Leute, genauso wie manche von uns Älteren, nicht mehr rein asynchron schreiben. Im Gegensatz zum Brief, der Postkarte oder dem erwähnten Zettel schreibt man mittlerweile WhatsApp, Simse, Threema oder was es auch immer geben mag. Und das ist mehr oder weniger synchron. Wie jeder Chat.

Früher, als man noch ICQ oder andere Chats hatte, war es jedoch cooler zu sagen, man chatte. Und bei der SMS simste man eben. Deswegen hat sich das „schreiben mit“ erst durchgesetzt, seit es Smartphones mit solchen Apps gibt. Ist komisch. Aber ist so.

Und ganz nebenbei gesagt: ich sehe junge Menschen in einer solchen Geschwindigkeit auf ihren Smartphones mit zwei Daumen rumhacken, dass ich mir wirklich rückständig vorkomme, wenn ich versuche mit meinem Zeigefinger einigermaßen schnell irgendwas zu tippen. Und scheinbar können die auch tippen und andere Sachen machen – daran merkt man, dass man selbst wirklich alt wird…

Das wir eine komische Welt geworden sind, habe ich gemerkt, als ich mal mitbekommen habe (aber das war auch nur ein einziges Mal), dass zwei junge Menschen darüber kommunizierten, dass sie sich Sprachnachrichten über WhatsApp zugesendet haben…. Ich wollte denen eigentlich den Tipp geben, dass deren Smartphone auch eine Funktion hat, dass man sowas noch schneller und direkter machen könnte. Aber ich habs sein gelassen – wer weiß, was es für einen Sinn hatte, was die da gemacht haben.

Ich hab nur ein wenig geschmunzelt.


 

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