Markus Hof

Hashtag #ltwby

Das ist der Hashtag, der für die Landtagswahl in Bayern verwendet wurde. Oder wird. Falls Hashtags kein Ablaufdatum haben. Mein Beitrag heute darf ihn auch führen, denn ich stelle mir eine Frage.

Ich frage mich, was will eigentlich die SPD? Mir ist relativ klar, was die anderen Parteien wollen. Zum Beispiel will die AfD ihren populistischen bis rechtsextremen Anhängern eine Heimat bieten. Nicht schön, aber zumindest recht deutlich. Die Grünen wollen einfach geliebt werden – und muss man das nicht, wenn man sich das knuddelige Spitzenkandidatenduo anschaut? Jung, unverbraucht, modern, fortschrittlich, Gutmenschen – im besten Sinne. Die LINKE will soziale Gerechtigkeit, Frieden und fällt damit in Bayern schlichtweg durch – aber mit Anstand. Die FDP will einen smarten Kandidaten präsentieren und wieder die Partei für die Besserverdiener werden. Freiheit und Liberalität ziehen in Bayern eher nicht – aber es hat ja knapp gereicht.

Bleibt die CSU. Auch hier ist klar, was die will. Genauso wie die CDU: Einfach regieren. Das ist der Sinn und Zweck. Was die wohl mal machen, wenn das nicht mehr der Fall ist? Vielleicht folgt eine Implosion – wie eben genau bei der SPD.

So sehr ich auch nach Adjektiven suchte, fielen mir für die SPD keine ein. Besonders in Bayern. Aber auch im Bund. Ist „sich-im-Kreis-drehend“ ein Adjektiv? Falls ja, dann passt das.

Unter die 10%-Marke zu sinken ist für eine sogenannte Volkspartei natürlich ein Problem. Etwa tröstend kann es sein, wenn es in Bayern passiert. Aber auch nicht wirklich. Nun schimpfen die ersten führenden Köpfe auf die „Große Koalition“ in Berlin. Aber es ist ja nicht so, dass die gewarnt wurden. Und auch hier sollte man ehrlicher zu sich sein. Zwar kenne ich die genauen Abläufe in der Zusammenarbeit nicht, aber ich denke, niemand hindert die SPD daran, auch in der „Großen Koalition“ gute Arbeit zu leisten.

Erinnert man sich einmal zurück, so gab es eine lange Zeit in der Geschichte der Bundesrepublik, in der es drei Parteien gab, die im Bundestag vertreten waren. SPD, CDU/CSU und FDP. Irgendwann kamen die GRÜNEN dazu und es gab einen Aufschrei – das Ende des Abendlandes war nahe. Mittlerweile regieren die GRÜNEN in Baden-Württemberg und dort ist noch alles im Lot.

Nach dem Beitritt der DDR passierte ähnliches, als die LINKE in den Bundestag einzog – ich kann sagen, auch Thüringen ist unter dieser Regierung ein ganz normales Land geblieben.

Aber, um zum Thema zurückzukehren, diese Besonderheiten zeigen die Vielfalt deutlich, die es mittlerweile im politischen Betrieb gibt und es zeigt auch recht deutlich, dass die Wähler sich immer weniger an dem „Gewohnheitsrecht“ orientieren. Und das ist ja auch gut – Parteien wie die GRÜNEN zeigen, dass man auf dieses geänderte Verhalten von immer mehr Wählern gut eingehen kann. Und macht man es, so hat man Erfolg.

Scheinbar geht das der SPD komplett ab. Kombiniert man das mit der Tatsache, dass es im eher linken Spektrum auch viel politische Konkurrenz gibt, so muss sich die SPD aus meiner Sicht sehr schnell auf die geänderten Gegebenheiten einstellen. Sieht man aber, wie sich die Partei selbst organisiert und gibt und wie die führenden Köpfe agieren, so habe ich da meine Zweifel.

Schade ist das allemal.


 

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