Markus Hof

Ironie kann man nicht lernen

Immer wieder, immer wieder und immer, immer, immer stelle ich fest: man kann es nicht lernen, ironische Bemerkungen zu verstehen.

Das macht mich, als bekennenden Ironiker (manche sagen gar Zyniker) stets sehr betroffen. Die Erfahrung jedoch habe ich in mehr als 15 Jahren nun so oft gemacht, dass sie zumindest empirisch bewiesen ist. Dabei habe ich zwei Gruppen der Nicht-Ironiker festgestellt, über die ich kurz berichten möchte.

Die erste Gruppe ist die, die es verstehen könnte. Meist sehr gebildete Menschen, oft beruflich erfolgreich. Aber einfach grundsätzlich zu ernsthaft eingestellt. Diese Menschen sind es meist nicht gewohnt, auch mal (geistig) einen Schritt zurück zu machen und somit auch sich selbst zu reflektieren oder Situationen aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten – hat man ihnen nicht beigebracht. Also, diese Gruppe hat das Potential und erfahrungsgemäß sind nach etwas Übung zwei von zehn Menschen der Gruppe irgendwann in der Lage – jedoch nicht, ohne hart an sich zu arbeiten.

Tja, und nun die zweite Gruppe. Diese Gruppe kann es einfach nicht verstehen, weil den Mitgliedern einfach jegliche Sensorik für sprachliche Feinheit und jegliches Gespür für Situationen fehlt. Und zwar so grundlegend fehlt, dass Hopfen und Malz verloren sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Mitglieder dieser Gruppe einfach niemals bereit sein werden, einen Schritt zurück zu treten, sich selbst und die Umwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten oder gar komplette Ansichtsveränderungen vorzunehmen.

Treten wir nun geistig einmal gemeinsam einen Schritt zurück –  der Autor vom Geschriebenen, der Leser vom Gelesenen – und fragen uns etwas Wichtiges:

Ist es dieser Post wert, gepostet zu werden?

Ich denke nein.


 

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