Markus Hof

Jetzt nochmal wegen Facebook…

Ich denke ja immer, dass irgendwas etwas Wichtiges ist, wenn auch die Tagesthemen in der ARD darüber berichten. Also muss der „Facebook-Datenskandal“ wichtig sein.

Ist er auch, denke ich. Denn die schiere Masse an unrechtmäßig weitergegebenen Daten ist schon bemerkenswert. Und wie schnell so etwas geht und sich potenziert sieht man daran, dass in Deutschland nur 65 Personen die App benutzt haben, allerdings dadurch Daten von ca. 310.000 Personen weitergegeben wurden. Und lediglich die 65 Personen haben (theoretisch) der Datenweitergabe zugestimmt. Sofern sie es denn gelesen haben. Meistens werden die Hinweise ja eher überflogen.

Bei aller Empörung über das Geschehene – und vielleicht immer noch laufende Geschehen – von solchen „Skandalen“, möchte ich die Frage stellen, ob es nicht vorher zu sehen war, dass irgendwann so etwas passiert. Vielleicht nicht genauso oder in dieser Dimension. Aber es muss doch eigentlich jedem klar sein, dass erstens Facebook nicht selbstlos handelt sondern um Geld zu verdienen. Im übrigen machen die daraus auch gar keinen Hehl. Die Geschäftszahlen werden ja regelmäßig veröffentlicht. Zweitens sollte auch jeder wissen, dass die Eingabe von Daten irgendwo nicht deshalb passiert, weil irgendwo zu viel leerer Speicherplatz vorhanden ist, der mit irgendetwas gefüllt werden muss. Meistens hat das ja einen Hintergrund. Und drittens weiß auch jeder, dass es 100%ige Sicherheit schlicht nicht gibt. Weder in der realen noch in der virtuellen Welt.

Abgesehen davon, ob man sich dessen bewusst war oder nicht. Spätestens jetzt sollte man sich darüber Gedanken machen, ob man sich diesem Risiko aussetzen möchte. Ob Risiko an dieser Stelle das richtige Wort ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber irgendwie erscheint es mir passen, wenn es um einen Skandal geht.

Im ARD-Deutschlandtrend haben nur 2% der Facebook-Nutzer angegeben, dass sie ihr Facebookkonto löschen werden. In der gleichen Umfrage sagten 87% sie misstrauten Facebook. Eine bemerkenswerte Diskrepanz.

Und nur damit sich später keiner meiner Leser beschwert, wenn über den „Google-Datenskandal“ in den Tagesthemen berichtet: Schaut Euch mal an, was Google alles an Daten gespeichert hat.

Ich war wirklich verblüfft, was die alles wissen über mich. Natürlich gibt Google diese Daten nicht weiter. Sagen sie. Machen sie vielleicht auch nicht. Zumindest nicht absichtlich. Aber das hat Facebook auch auch nicht unbedingt.

Ah, und neben Google und Facebook gibt es noch viele andere, die sicher Vieles wissen. Darüber sollte man nur einmal nachdenken. Und dann für sich entscheiden, wie man damit umgehen will.


 

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