Markus Hof

Kopf hoch!?

Ein sicherlich schon oft thematisiertes Bild, über das auch schon eigentlich genug geschrieben ist: Morgens in der Bahn haben alle ihre Köpfe gesenkt und starren auf ihr Smartphone.

Ausgerechnet heute Morgen ist mir das aufgefallen. Warum weiß ich nicht genau.

Gedacht habe ich mir dazu, dass diese Leutchen gar nicht wissen, was sie alles verpassen.

  • die Frau, die mit dem Fahrrad fast gegen ein Auto kracht, weil sie nicht richtig aufpasst
  • der Mann, der in der Nase popelt
  • die Kinder, die sich scheinbar wirklich drüber freuen, dass die Frau fast gegen das Auto fuhr
  • der Mann, der seinen Popel kritisch anschaut
  • die anderen Fahrgäste, die gelangweilt gähnen oder sich interessiert umsehen

Im Großen und Ganzen verpassen die recht viel. Aber andererseits bekommen sie auch viele Dinge nicht mit, die es vielleicht wert wären, sich darüber aufzuregen. Nur frage ich mich, ob das immer gut ist. Mich jedenfalls regt manches, was ich sehe zum Nachdenken an. Ob das immer zu einer Verbesserung unserer Welt oder Gesellschaft führt, das weiß ich nicht. Ich vermute, nein.

Aber es macht mir Spaß. Und so mancher Gedanke wurde irgendwann mal mehr und hat mich weitergebracht oder wen anders. Auch dieser Post wäre nicht entstanden, schaute ich nicht in der Weltgeschichte rum. Die Weltgeschichte hier ist „nur“ eine Straßenbahn in Karlsruhe.

Aber für mich war das in diesem Moment und mit diesem Gedanken die Welt.


 

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