Markus Hof

Maria Luise Anna…

… sind doch eigentlich recht ordentliche Vornamen. Man kann daraus natürlich als Kurzform irgendwie „Malu“ machen – wobei ich vermute, dass dann „Anna“ unterschlagen wird. Aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden.

Und natürlich hört sich Malu irgendwie süßer, netter, unbekümmerter und was weiß ich noch alles an. Und sicherlich ist das auch nicht ganz ohne Kalkül gewählt, gerade dann nicht, wenn es sich bei einer der mir bekannten Malus (ein kleiner Wortwitz, aber irgendwie auch passend) um die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz handelt.

Halten wir also fest: Rheinland-Pfalz hat eine süße, nette, unbekümmerte und was weiß ich noch alles Ministerpräsidentin. Allerdings auch eine, die so lange es geht, nicht mit der AfD reden will. So sagte sie das u.a. hier:

http://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-forscher-talk-ausschluss-gibt-afd-weiteren-auftrieb_id_5232298.html

Besonders bemerkenswert finde ich den folgenden Satz aus diesem Artikel.

„Ich werde mich nicht, solange es geht, an einen Tisch setzen mit AfD-Vertretern, mit einer Partei, die ich als eine große Gefahr für unsere Gesellschaft sehe“, sagte Dreyer.

Nun kann man das supertoll finden, denn damit hat ja eine von 17 Regierungschefs in Deutschland (einmal Bund, 16 Mal Länder) die AfD mal so richtig gedisst, wie es in der Jugendsprache heißen würde. Mann, mann, mann, was hat die es der AfD dann mal so richtig gegeben.

Nun ist das Beschriebene sicherlich für unsere Durchschnittspolitiker total klasse und toll. Allerdings empfiehlt es sich auch einfach mal etwas weiter zu denken.

In den Umfragen für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz steht die AfD bei ca. 9% (Quelle: Wahlrecht.de, hier die Umfrage vom 22.01.2016 der Forschungsgruppe Wahlen). Schaut man sich an, wie sich die Zustimmung zur AfD über die Zeit entwickelt, kann man auch ohne ein riesiger Forscher zu sein feststellen, welches Thema scheinbar den Zulauf für die AfD erklärt.

Frau Malu will also mit fast einem Zehntel ihrer Bevölkerung nicht sprechen. Ok, das ist zugegebenermaßen sehr überspitzt dargestellt.

Aber dennoch: wäre nicht eine Diskussion, die die Ziele und Ansichten der AfD entlarvt, die mit Argumenten gegen die Thesen der AfD vorgeht deutlich besser? Ist es nicht sogar Aufgabe der Politiker, in Diskussionen – in Rede und Gegenrede – die Menschen von etwas zu überzeugen? Sollte man nicht von einer Regierungschefin in Deutschland erwarten, dass sie rhetorisch und argumentativ der AfD überlegen sein dürfte? Ist es dann nicht genau ihre Aufgabe, sich solchen Situationen zu stellen?

Ich behaupte: ja, genau das ist die Aufgabe von Politik und Politikern! Sie haben sich mit dem politischen Gegner auseinander zu setzen und diesen zu stellen und zu entlarven.

Aber das ist scheinbar von Malu Dreyer nicht zu erwarten, sie macht das erst, wenn sie es muss. Aber muss sie es nicht schon jetzt? Muss nicht auch eine Ministerpräsidentin der Realität ins Auge sehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen?

Ich finde: ja – und halte ein solches Verhalten für extrem demokratieschädlich. Es ist sogar ein Verhalten, was aus meiner Sicht, die AfD fördert. Schrecklich, dass ein solch sehr dummes Verhalten einen großen Schaden anrichten kann. Aber dann wird es zumindest so sein, dass Frau Marie Luise Anna Dreyer mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wenigstens nicht mehr Ministerpräsidentin ist.

Echt komisch, was sich manche Politiker so denken… oder eben nicht. Aber denken ist halt auch nicht etwas für jedermann.


 

2 Gedanken über “Maria Luise Anna…

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