Markus Hof

Montblanc

Das ist ein Berg. Um genau zu sein, sogar der höchste Berg der Alpen mit 4810 Metern Höhe.

Aber darum geht es mir in diesem Beitrag gar nicht, denn Montblanc ist auch ein Hersteller von Schreibgeräten mit einem recht guten Ruf. Seit ca. fünfzehn Jahren gehöre auch ich zu den Kunden, die sich regelmäßig den Luxus gönnen, dort einzukaufen. nun mag es der ein oder andere sicher nicht verstehen, warum man eine mittlere dreistellige Summe (mindestens) für einen Füller ausgibt. Nun, wenn man sich selbst nicht für solche Schreibgeräte interessiert, dann ist das wie mit den teuren Uhren oder mit Autos: man versteht es nicht. Ich verstehe zum Beispiel das mit den Autos nicht und toleriere es trotzdem.

Normalerweise gehe ich in einen Laden, der Montblanc Boutique ist und kaufe dort ein. Da ich diesmal auf der Suche nach einem sehr speziellen Füllfederhalter war, schaute ich online unter www.montblanc.de und fand auch den gesuchten. Ich war geneigt, direkt eine Bestellung auszulösen, wohl wissend, dass der Preis der gleiche ist, ob man es nun online oder in einer Boutique kauft. Natürlich ist es oft so, dass es in einer Boutique bei einem Kauf von über € 1.000,00 Euro noch eine Kleinigkeit dazu geschenkt wird.

Da ich ja zu den Leuten gehöre, die auch mal die AGB lesen, bevor sie sie anhaken und mir auch ganz gerne mal die anderen Vertragstexte durchlese, nahm ich recht schnell wieder Abstand davon, auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, bei der Montblanc Deutschland GmbH etwas online zu bestellen. Um ehrlich zu sein, war ich schockiert und mir stand der Mund offen.

In den Rückgabebedingungen stehen die folgenden Dinge drin. Man muss in Originalverpackung zurückgeben (Punkt (b), (ii)), die Produkte müssen neu, ungebraucht und in perfektem Zustand sein, damit man eine Erstattung erhält (Punkt (c)) und wenn dies nicht der Fall sei und man ein Produkt dennoch zurücksende, so werde die Montblanc Deutschland GmbH es auf Kosten des Kunden an diesen zurücksenden. Und das sind nur die absoluten „Highlights“, die mir beim Überfliegen aufgefallen sind.

Alle genannten Punkten widersprechen nach meiner Auffassung deutschem Recht. Bei der Originalverpackung ist das sicher etwas kleinlich. Aber die vermeintliche Vorschrift, dass man nur ungebrauchte und neue Produkte zurückgeben kann, widerspricht dem Sinn des Rückgaberechts. Nämlich zu prüfen, ob der Artikel dem entspricht, was man sich vorstellt – so, wie es in einem Ladengeschäft auch möglich wäre. Und mit dem Füllfederhalter probeweise zu schreiben gehört da dazu und wird auch in den Boutiquen so praktiziert. Zumindest hatte ich noch nie eine andere Erfahrung.

Nun besteht die Möglichkeit, dass die Montblanc Deutschland GmbH das alles nicht so meint, wie sie es schreibt. Dann käme ich mir – gelinde gesagt – veräppelt vor. Davon würde ich jedoch mal nicht ausgehen, denn warum sollte jemand etwas aufschreiben, was so nicht gemeint ist? Und wenn die das ernst meinen, dann würde ich vielen Kunden empfehlen, sich das vorher mal genau durchzulesen. Zwar – so ist mein Tipp – würde man vor jedem Gericht sein Recht bekommen, aber der Aufwand ist natürlich enorm.

Ich habe die Montblanc Deutschland GmbH um eine Stellungnahme gebeten und werde diese hier natürlich veröffentlichen, wenn ich eine Antwort erhalte.


 

Ein Gedanke zu “Montblanc

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