Markus Hof

Nicht Jamaika und nicht Kenia

Lange nicht mehr gehört von der Katrin und dem Cem.

Richtig geraten, heute geht es um „Bündnis 90/Die Grünen“. Eine, wie ich finde, bemerkenswerte Partei. Bemerkenswert ist zum Beispiel, dass es die einzige im Bundestag vertretene Partei ist, die auch heute noch einen Namensbestandteil aus Zeiten des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik im Namen führt.

Auch bemerkenswert ist, welche großen Gegensätze sich in dieser Partei anscheinend vereinigen können. Man schaue sich einfach mal Jürgen Trittin an und werfe dann einen Blick auf Robert Habeck.

Aber, wie auch immer.

In den Zeiten der Sondierungsgespräche für die mögliche Jamaikakoalition hatte ich immer den Eindruck, dass die Grünen die disziplinierteste Partei in dieser Viererkonstellation sind. Und – zumindest verkauften sie sich echt gut in diese Richtung – auch die vernünftigste. Natürlich weiß man nicht, wie es hinter den verschlossenen Verhandlungstüren war, aber den Eindruck konnte man gewinnen.

Ich hatte auch den Eindruck, dass die Verhandler etwas geschockt waren, als die FDP dann die Gespräche platzen ließ. Und damit auch die einzige realistische Option für die Grünen, nach 2005 wieder mit zu regieren. Es hatte den Anschein, dass die das unbedingt wollten. Vielleicht nicht um jeden Preis, aber ich denke, ein starker Wunsch war vorhanden.

Interessant ist, dass es noch die Möglichkeit einer sogenannten „Kenia“-Koalition gäbe. Also ein Bündnis aus CDU/CSU, SPD und Grüne. Aber (noch) reicht ja eine sogenannte Große Koalition. Das ist ein Eigenname, deswegen darf man „Große“ groß schreiben.

Ich wäre nicht verwundert, wenn es irgendwann dazu käme. Dabei gehe ich nicht einmal davon aus, dass die SPD noch mehr Zustimmung verliert. Ich wäre geneigt zu prognostizieren, dass demnächst auch die CDU/CSU etwas Federn lassen wird und nicht mehr sicher sein kann, um die 30% zu erreichen. Besonders nicht, wenn der Generationenwechsel dort weiterhin so stümperhaft und intransparent durchgeführt wird.

Um aber auf „Bündnis 90/Die Grünen“ zurückzukommen.

Es hat ihnen nicht geschadet, dass es nicht geklappt hat mit dem Regieren. Wahrscheinlich hatten die meisten Wähler sowieso nicht daran gedacht, dass es eine Jamaika-Regierung geben könnte. Dagegen waren sie wohl auch nicht. Interessant wäre es allemal geworden.

Und da sind wir beim letzten Punkt, den ich bemerkenswert finde. Ausgesprochen erwachsen sind sie geworden und benehmen sich auch so, mittlerweile. Das sieht man an den Gesprächen und der dem Umgang damit, das sieht man an den Parteitagen, das sieht man auch an der neuen Führung um Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Es ist wirklich interessant, die weiter zu beobachten.


 

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