Markus Hof

Randnotiz No. 2

Es ist traurig, das Thema der Randnotiz No. 2: Im Februar 2016 sind zwei große Menschen von uns gegangen. An dieser Stelle möchte ich mit wenigen Worten an sie erinnern.

Peter Lustig war der Mann, der (neben Papa) alles wusste. Und er erklärte es mir jeden Sonntag (ich glaube so gegen 14 Uhr) im „zweiten Programm“. So nannte man früher das ZDF. Die Sendung hieß „Löwenzahn“ und erklärte mir allwöchentlich viele Dinge. Teilweise auch Dinge, von denen ich gar nicht wusste, dass sie mich interessieren. Taten sie dann oft doch. Ich erinnere mich nicht mehr an einzelne Folgen, aber noch sehr gut an das Gefühl beim Fernsehschauen. Es war einfach toll, wie da Dinge und Themen erklärt wurden – ich als kleiner Mensch aber trotzdem nicht das Gefühl hatte, man will mir partout etwas aufdrängen, was ich wissen MUSS. Es war vielmehr so, dass es ein Angebot war, dass man etwas lernen kann – und das ganze auch sehr interessant aufbereitet.

Danke, lieber Peter Lustig!

Und dann ging Anfang Februar Roger Willemsen. Mitte 2014 hatte ich das Vergnügen, ihn live bei einer Lesung von „Das Hohe Haus“ erleben zu können. Ich hatte mir fest vorgenommen, auch die nächsten Lesungen von weiteren Werken zu besuchen. Leider kommt es nun nicht mehr dazu. Willemsen wird nun oft als einer der wenigen deutschen Intellektuellen bezeichnet – der er sicher war. Mir wird aber vorallem – von vielen Fernsehsendungen und dem leider nur einem Liveerlebnis – ein großartiger Wortakrobat in Erinnerung bleiben. Jemand, der Worte so kunstvoll, so dosiert, so klar, so ironisch, so überhöhend, so anklagend, so beschreibend, so würdevoll, so witzig, so einzigartig zu benutzen wusste. Ein Satz von Roger Willemsen war oft ein Kunstwerk – und dennoch verständlich und klar beschreibend.

Seine Bücher sind ein wahrer Quell, um sich an der Breite und der Schönheit unserer Sprache zu erfreuen. Roger Willemsen hat in mir vor einiger Zeit die Lust an Sprache und Formulierung geweckt – auch wenn ich niemals das Original erreichen kann: ich weiss zu schätzen, wie ein wundervoller Mensch wie er formulieren konnte!

Danke, Roger Willemsen!


 

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