Markus Hof

Rubbelbuchstaben

Heute lege ich einmal direkt mit der Überschrift so richtig vor. Ich denke, nur ganz wenige Leser wissen noch, was diese Rubbelbuchstaben sind und wofür in aller Herrgottsnamen man die braucht. Oder brauchte.

Zunächst einmal für die Jugend ein Bild und für diejenigen Leser, die vielleicht vergessen haben, wie diese wundervolle Erfindung der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts ausgesehen hat.

Rubbelbuchstaben

Rubbelbuchstaben (Beispiel)

Das ganze ist natürlich nur ein Produkt von zahlreichen, die es gibt – ich möchte an dieser Stelle auf keinen Fall werten, welche Firma die besten Rubbelbuchstaben hergestellt hat.

Und nun auch die Auflösung: Mit Rubbelbuchstaben hat man Dinge beschriftet. Zum Beispiel Aktenordner. Aktenordner waren immer recht praktisch, da sie bereits auf dem Rückenetikett aufgedruckte Zeilenmarkierungen hatten.

Fehlten diese, musste man sie selbst mit Bleistift und Lineal ziehen. Denn tat man das nicht, so waren die Buchstaben am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit, ja man könnte sagen Sicherheit, schief bis extremst schief.

Umlaute waren auch nicht so im Trend, wie man sieht – allerdings gab es in dieser Version immerhin neun Punkte (unten rechts). Das bedeutet, man konnte sogar einen ganzen Satz schreiben und dieser durfte dann vier Umlaute enthalten.

Nunja. Man schrieb selten Sätze. Eher Stichworte wie „Steuer“, „Bilanzen“, „Zeugnisse“ und so weiter. In der gezeigten Version fehlen übrigens die Zahlen. Was für echte Buchhalter natürlich nicht tragbar gewesen wäre.

Ich erinnere mich an einen Ferienjob, bei dem ich mir Geld für den Führerschein verdienen wollte. Dort „durfte“ ich die guten Leitz-Ordner vom abgehefteten Papier befreien und dies entsorgen. Die Ordner kamen dann auf den anderen Müllstapel. Und jeder Ordner war mit diesen Buchstaben beschriftet – alle 544 Stück. Und ich bewundere heute noch, wie akkurat dies geschehen ist.

Das bekommt heute niemand mit seinem „Pocket Dymo“ so hin, dass man den gleichen Respekt davor auch nur ansatzweise hätte wie damals.

Andererseits… eigentlich sehe ich heute sehr oft Ordner, die per Hand beschriftet worden sind. Ich habe mal darauf geachtet in der letzten Zeit. Und es war erstaunlich, wie viele Ordner es waren: Bei meiner nicht repräsentativen Erhebung sah ich knapp 70% Ordner, die mit der Hand beschriftet waren. Geschaut sowohl in großen wie auch in kleineren Betrieben.

Interessant… fehlen vielleicht die Rubbelbuchstaben am Ende doch?


 

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