Markus Hof

Social Media

Viele von uns verwenden den Begriff „social media“ oft. Mir begegnet er oft in Zusammenhang mit Facebook. Und wie das mit so oft genutzten Begriffen eben ist, man benutzt diese ohne mal genauer nach der Bedeutung zu fragen. Also habe ich einmal meine Lieblingsdefinitionsmaschine (Wikipedia) bemüht, um zu erfahren, dass „social media“ eigentlich folgendes ist:

„digitale Medien und Methoden, die es Nutzern ermöglichen, sich im Internet zu vernetzen, sich also untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in einer definierten Gemeinschaft oder offen in der Gesellschaft zu erstellen und weiterzugeben.“

So steht es also geschrieben. Jesses, und was bedeutet das nun?

Ich glaube, man kann drei wesentliche Merkmale erkennen. Es muss ein digitales Medium oder Methode sein, man muss mediale Inhalte austauschen und vernetzt sein und das ganze muss irgendwie über das Internet gemacht werden, wobei man beim letzten Punkt streiten kann, ob das nicht implizit auch schon durch die Formulierung „digital“ klar ist. Aber sei’s drum. Mir geht es eher um das Thema „medialer Inhalt“.

Also ganz klar: Ein Bild ist das. Sogar wenn es ein Selfie ist oder das Essen vom Teller, im besten Falle vor dem Essen. Ist ein Tweet nun auch ein medialer Inhalt, und was ist ein Tweet wenn ich schreibe „Blubberlutsch“ (oder so etwas in der Art)? Oder ist ein medialer Inhalt erstmal alles, was ich in einer vernetzten Gemeinschaft teilen kann?

Ein bisschen stellt sich hier sicherlich die Sinnfrage.

Denn Fakt ist ja, dass ich bei Facebook nahezu alles veröffentlichen kann, was ich will – jedenfalls so lange es legal ist. Gleiches bei Instagramm und Twitter. Bei manchen Leuten kann man da nicht mehr von „Inhalten“ sprechen, ob das trotzdem „medial“ ist? Ja, wahrscheinlich.

Und bei der Sinnfrage glaube ich schlicht, dass man nicht so streng sein sollte. Man darf da nicht immer von sich selbst ausgehen. Es ist ja nicht nur das (für irgendwen) interessant, was für einen selbst interessant ist. Viele Dinge, die ich interessant finde, finden andere sicherlich gar nicht interessant – und umgekehrt.

Gerade aber in den sozialen Medien findet man häufig eine gewisse Intoleranz – und zwar gegenüber anderen Meinungen. Ich habe darüber bereits mal etwas geschrieben in einem der letzten Blog-Letter.

Dabei ist es doch eigentlich echt fein, von anderen Leute etwas zu erfahren. Was sie mögen, wie sie denken, warum sie irgendwas tun. Das kann inspirierend sein, das kann niederschmetternd sein. Aber zumindest sollte man so fair sein, den anderen nicht direkt zu verurteilen. Es gibt diesen schönen Satz, man solle nicht über jemanden Urteilen, wenn man nicht in seinen Schuhen gelaufen sei. Oder anders, wenn man ihn und seine Geschichte nicht kennt. Aber Interesse zu haben, das ist was Gutes – Toleranz auch.


 

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