Markus Hof

Tempo, Tempo… Tempolimit

Mal wieder kommen aktuell Forderungen nach einem generellen Tempolimit auf deutschen Autobahnen auf. Diesmal wird diese Forderung von der Deutschen Umwelthilfe e.V. gestellt. Diese Organisation wurde damit bekannt, dass sie oft als Kläger auftrat, wenn es um die Verhängung von Fahrverboten ging, sofern Grenzwerte überschritten werden.

Ich kann wenig über diesen Verein sagen. Außer, dass er recht wenig Mitglieder hat, nämlich nur 352 nach eigenen Angaben auf der Webseite. Ich habe dort einmal nachgefragt, warum das so ist. Und es gibt einen Punkt unter den Einnahmen, der als „Erträge Ökologische Marktüberwachung“ benannt ist und mit knapp 30% einen recht großen Anteil an den Einnahmen hat. Einigen Quellen nach soll es sich dabei um Gelder erhalten, die aus Abmahnungen resultieren. Ich habe diesbezüglich bei der DUH (so wird sie abgekürzt) e.V. angefragt und werde eine eventuelle Antwort natürlich hier veröffentlichen.

Aber darum soll es gar nicht gehen heute. Letztlich darf die DUH nach dem Unterlassungsklagegesetz (UKlaG) als Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Klagen erheben. Dazu muss man in einer Liste stehen, die das Bundesamt für Justiz führt. Aktuell stehen dort 78 Organisationen drin. Das hat also seine Richtigkeit – rein gesetzlich gesehen und das ist ja das Wichtigste.

Mir geht es heute um die Frage, welchen Sinn solch eine Forderung hat. Und dazu möchte ich einmal ein paar Dinge betrachten, die mir geboten erscheinen, um so etwas einzuordnen.

Fakt 1: Es gibt keine verlässliche Aussage darüber, wieviel Prozent der deutschen Autobahnkilometer bereits mit Tempolimit belegt sind. Man vermutet, dass – unter Berücksichtigung von temporären Tempolimits (kleines Wortspiel) – ca. 47 % der Kilometer bereits ein Tempolimit haben.

Fakt 2: Ein Tempolimit von 120 km/h würde wohl den CO2-Ausstoss um etwa 30% senken im Vergleich zur aktuellen Situation.

Fakt 3: Die „freie Fahrt für freie Bürger“ ist etwas, dass in Deutschland unglaublich wichtig zu sein scheint. Da haben selbst manch kluge Leute eine sofortige Intoleranz und sind nicht mehr diskussionsfähig. Ich las kürzlich irgendwo, die Autobahnen ohne Tempolimit in Deutschland seien wie das Recht auf das Tragen einer Waffe in den USA.

Und ich muss ehrlich sagen, das glaube ich so langsam.

Betrachtet man nun einmal die Tatsache, dass gefühlt „sowieso nur noch Stau“ ist und dass es schon im Grunde ein „halbes Tempolimit“ gibt, so könnte man doch einfach sagen, der Vorschlag sei gut. Für das, was dann noch „geopfert“ werden muss, ist der Erfolg doch sehenswert.

Zwei Dinge jedoch sprechen dagegen. Wie bereits erwähnt, fühlt es sich nach einem starken staatlichen Eingriff in die Freiheit des Einzelnen an, so sagen viele. Und zum anderen mag der Deutsche den Umweltschutz total – solange er dazu nicht zuviel Zugeständnisse machen muss und selbst betroffen ist. So ähnlich war das bei den Stromtrassen.

Nicht falsch verstehen, ich will das nicht beurteilen oder bewerten. Ich möchte nur die beiden gegensätzlichen Positionen darstellen.

Und zum Ende möchte ich fragen, ob man nicht irgendwann einmal überlegen sollte, und mit „man“ meine ich den Gesetzgeber, ob man vielleicht für Elektroautos andere Höchstgeschwindigkeiten erlaubt als für Gefährte mit Verbrennungsmotor. Meine Vermutung wäre, dass dies einer der stärkeren Anreizen für so manchen Menschen sein könnte, sich ein Elektrofahrzeug zuzulegen.

Wobei es dann schon witzig wäre, wenn ein wunderschöner 911er-Porsche dauernd von so kleinen Elektro-Smarts überholt würde. 

Aber letztlich sollten wir alle einfach etwas mehr daran denken, wie wir diese Erde hinterlassen. Aktuell siehts da recht düster aus.

Tempolimit hin oder her. Man sollte nur daran denken, die Richtgeschwindigkeit auf den Autobahnen dann auch anzupassen. Sonst gibt es ein Tempoproblem…



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