Markus Hof

Urinieren in der Öffentlichkeit

Das macht man natürlich nicht.

Es ist sogar eine Ordnungswidrigkeit, die – je nach Bundesland und Stadt – mit einem Bußgeld von 35 Euro bis zu 2.000 Euro bestraft werden kann. Und das ist ja schon recht viel Geld; natürlich wird die obere Spanne eher bei penetranten Wiederholungs-„Tätern“ fällig und nicht bei einmaligen Not(durft)situationen.

Der geneigte Leser stellt sich spätestens an dieser Stelle die Frage, was soll dieser Beitrag? Hat der Autor am Ende juristische Probleme? Oder leidet er an Inkontinenz? Nichts dergleichen. Aber bald könnte es soweit sein.

Normalerweise drängt mich die Notdurft bei längeren Autofahrten. Was aber relativ problemlos ist, denn an unseren deutschen Autobahnen gibt es ein gutes Netz von Raststätten. Man hält an, geht ins Rasthaus, wirft seinen „Sanifair“-Beitrag ein und hat Zugang zu den Toiletten. Den Wertbon löst man am besten direkt ein, weil man es sonst vergisst. Das führt dazu, dass eine Flasche Wasser abzüglich des Wertbon-Betrages ungefähr soviel kostet wie im Supermarkt auch. Nunja… man gewöhnt sich dran.

Aber nun hat sich meine Welt geändert. Grund ist dieser Imagefilm von Sanifair:

 

 

Ich glaube, ab sofort kann ich einfach nicht mehr auf eine solche Toilette gehen. Ich würde dauernd dieses Mädchen vor Augen haben und diese gespielte Überraschung und Freude, gepaart mit dem komischen Herumgehüpfe. Ganz abgesehen von der Musik… Und sind wir mal ehrlich: welches Kind freut sich über Toiletten? So sauber und toll sie auch sein mögen; meine Vermutung ist, dass das Eis am Ende die eigentliche Motivation war – und diesem Mädel der ganze Rest einfach vollkommen egal war. Und warum in allerherrgottsnamen heißt das Stofftier „Rüssel“?

Aber ich hoffe dann einfach auf das Verständnis vom Richter, wenn es um mein Bußgeld geht. Ich zeige ihm einfach den Imagefilm – das sollte für Verständnis sorgen… hoffe ich. Und ansonsten zahl ich einfach – aber Sanifair geht einfach nicht mehr.


 

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