Markus Hof

Versanddienstleister

Ein schönes Wort. Und interessant, was ich gerade gelesen habe. Hermes (ein eben solcher Versanddienstleister – gehört zur Otto-Gruppe) überlegt, den Paketpreis zu erhöhen, wenn man das Paket an der Haustüre entgegen nehmen möchte und nicht in einem Hermes-Shop abholen möchte.

Zur Begründung wird folgendes angeführt. Man finde kaum noch Menschen, die als Paketzusteller arbeiten wollen, der Arbeitsmarkt sei wie leergefegt. Und denen, die es (noch) gebe, wolle man bessere Löhne bezahlen. Und außerdem sein zu erwarten, dass die Anzahl der versendeten Pakete immer weiter ansteige.

Hm, gut. Ich kann verstehen, dass man den Zustellern mehr Geld bezahlen sollte. Das ist etwas, dass ich gerade bei Hermes unterstützen würde. Die Begründung, dass die Nachfrage nach einer Dienstleistung wächst und man deswegen die Preise erhöhen „muss“ ist etwas witzig, aber natürlich grundsätzlich schon korrekt. Denn eine steigende Nachfrage erzeugt in der Regel auch steigende Preise, zumal gleichzeitig die Kapazität – also das Angebot – nicht ebenfalls steigt. Korrekterweise sollte man vom Wort „muss“ auf das Wort „kann“ umschwenken.

Und nun schauen wir einmal etwas genauer hin. Bei Hermes ist mir bekannt, dass extrem oft mit Sub-Unternehmern gearbeitet wird. Zum Teil gibt es dort richtige Sub-Unternehmerketten. Wenn also Hermes den Zustellern durch die Preiserhöhung mehr Lohn zahlen will, so müssten die durchsetzen, dass dies die Sub-Unternehmer auch wirklich tun. Dazu müssten die Verträge mit diesen geändert werden – und ich bin kein Rechtsgelehrter, aber ich könnte mir vorstellen, dass wenn ein Unternehmen einem anderen vorschreibt, wie es Mitarbeiter zu bezahlen hat, es noch ganz andere Implikationen haben kann. Sowohl rechtlich, wie auch steuerlich und auch im Status des Sub-Unternehmers generell.

Außerdem halte ich es für extrem kurz gesprungen, eine Zustellung an die Haustüre zu verteuern. Denn das doktert nur am Symptom rum, ohne eine wirkliche Lösung für den Umgang mit der ständig steigenden Anzahl an versendeten Paketen zu haben. Denn sind wir mal ehrlich: Wenn es immer mehr werden, werden die Mitarbeiter immer mehr belastet – da hilft es doch nicht, wenn die einfach für mehr Stundenlohn eine solche Belastung ertragen müssen. Hat man im Hinterkopf, dass durch eine Verteuerung weniger Leute eine Zustellung  an die Haustüre wünschen und deswegen die Arbeitslast sinkt, so wäre das die eigentlich korrekte Aussage – und die fände ich auch nachvollziehbar. Und auch einen Ansatzpunkt dafür, mal neue Konzepte zu entwickeln, wie eine Zustellung in Zukunft aussehen wird.

Und ich bin mir sicher, dass es auch Hermes gelingen wird, bessere Ideen zu entwickeln als eine schlichte Verteuerung, die sicherlich ohne Frage gerechtfertigt ist. Aber es geht mit Sicherheit für die Zukunft auch noch smarter und effizienter.

Ich bleibe jedenfalls gespannt, was die Logistik der Zukunft bringen wird.


 

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