Markus Hof

Wegen der AfD: Können wir uns freuen?

Sonntags morgens lese ich immer die Süddeutsche zum Frühstück. Meistens sogar in der gedruckten Version – das ist dann die Ausgabe vom Samstag. Klassisch gekauft am Kiosk. Allerdings kann man auch die sehr gute App der Süddeutschen durchaus benutzen. Das ist aber alles gar nicht so wichtig.

Mein Blick fiel auf ein Foto von Frauke Petry. Allerdings nur deshalb, weil dort geschrieben stand: „Rechtsruck – AfD verliert an Wählergunst“.

Frauke Petry (Foto: Getty Images)

Frauke Petry (Foto: Getty Images)

Im Artikel wird dann, verkürzt gesagt, darauf eingegangen, dass seit der Wahl von Petry zur alleinigen Vorsitzenden und dem damit verbundenen Rechtsruck der Partei die Umfrageergebnisse nahezu sofort in den Keller gestürzt sind. So knapp 3% dürften es nach aktuellem Stand noch werden.

Nun muss ich ehrlich gestehen, dass ich mich nur sehr oberflächlich mit der AfD beschäftigt habe. Das beschriebene Rücken nach rechts habe ich natürlich dennoch registriert und war eigentlich darauf gespannt, was der Herr Lucke noch so raushaut. Aber der hat nun eigentlich gar nichts weiter gemacht, als aus der Partei aus zu treten. Das war ein bisschen so: „Nehmt ihr mir mein Spielzeug weg, dann mache ich mir eben ein neues.“

Vielleicht hätte er einfach mal besser Position gegen rechte Tendenzen beziehen sollen – davor deutlich warnen. Aber gut, das muss jeder selbst wissen und ich schätze ihn  intellektuell so ein, dass es Gründe dafür gehabt haben wird. Aber selbst, wenn man sich nur oberflächlich damit befasst (wie ich), so war einem die Thematik auch so klar und die Berichterstattung der Medien tat ihr übriges.

Was mich aber sehr freut, ist die Tatsache, dass die Menschen in Deutschland das selbst bei einer so kleinen Partei registrieren und dass sie dann auch die Konsequenz ziehen als Wähler – bzw. in diesem Fall als Umfrageteilnehmer. Für mich zeigt das sehr deutlich, dass es in Deutschland ein gesellschaftlich sehr ausgeprägtes Gespür dafür gibt, ab wann es einfach zu viel ist und zu rechts wird.

Es zeigt – glaube ich – auch, dass es in Deutschland nur eine sehr kleine Minderheit gibt, die rechte Ideen gut findet; und eine noch kleinere Minderheit, die sie unterstützt.

Und ich glaube, das ist wirklich ein Grund, sich zu freuen. Und den Sonntag noch mehr zu genießen.


 

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