Markus Hof

Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet

Das ist ein relativ einfacher Satz – ich hatte aber oben einen längeren Satz angekündigt. Nun, dann nehmen wir also mal diesen hier:

„Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

Das ist der erste Absatz des § 823 aus dem BGB, dem Bürgerlichen Gesetzbuch also. Vergleicht man die beiden Sätze, so ist der zweite natürlich detaillierter und beschreibt genau, unter welchen Voraussetzungen Schadensersatz zu leisten ist. Grundsätzlich kann man das aber für unsere Zwecke auch in dem Satz aus der Überschrift zusammenfassen.

Man sollte also meinen, dass es sehr klar ist und für jedermann verständlich. Vor kurzem hatte ich jedoch folgendes Gespräch mit einer Studentin, die mich fragte, ob sie eine bestimmte Privathaftpflichtversicherung abschließen solle.

Studentin: „Und Deckungssumme ist das Maximum, was die bezahlen würden. Dann ist 10 Millionen ja viel.“

Ich: „Naja, kommt drauf an. Wenn Du jetzt ein Feuer verursachst und ein Bürohochhaus ausbrennt und der Schaden bei 50 Millionen liegt, dann ist das eher wenig. Ist halt nicht so wahrscheinlich.“

Studentin: „Okay. Und wer zahlt dann die 40 Millionen?“

Ich: „Du.“ (An dieser Stelle schmunzelte ich durchaus etwas.)

Studentin: „Aber die hab ich ja gar nicht. Kann ich nicht sagen, dass ich nur bis 10 Millionen versichert bin und den Rest dann nicht bezahle?“

An dieser Stelle zitierte ich den obigen Satz und erklärte, dass es recht einfach ist, was er aussagt. Ich stieß auf gewissen Unglauben, denn soviel Geld könne ja keiner bezahlen.

Dieser Aussage würde ich zustimmen. Jedenfalls können es nicht viele Menschen. Aber erstens war es ja auch nur ein Beispiel und zweitens zwingt einen ja auch niemand, Schäden zu verursachen.

Was im weiteren Gesprächsverlauf dann gut greifbar wurde, war die unterschiedliche Betrachtungsweise von Versicherungen.

Man kann Versicherungen sehen als echte Absicherung für Ereignisse, die man selbst nicht tragen kann oder will. So jedenfalls sehe ich das. Versicherungen sind aber nicht so etwas wie ein Freibrief für jegliche Art von Dummheiten. Denn letztlich – und auch das sagt der Satz aus der Überschrift irgendwie aus – ist jeder für sein Handeln verantwortlich.


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