Markus Hof

Zalando & Co.

Eigentlich wollte ich ja gar nicht über den Börsengang des Schuhhändlers schreiben – und auch nicht über den von Rocket Internet. Aber nun muss ich mich angesichts eines Artikels bei Spiegel Online doch kurz auslassen – und zwar über den Bericht.

Dort wird, ich fasse es wirklich kurz zusammen – gefordert, dass der „Gesetzgeber“ dafür sorgen müsse, dass der Anleger geschützt werde. Geschütz vor „solchen“ Börsengängen. Das „solche“ wird dann detaillierter dargestellt und als Essenz bleibt eigentlich die Aussage: Es darf nicht sein, dass es kein Gesetz gibt, was Bürger davor bewahrt, an der Börse Geld zu verlieren.

Ich denke, wir haben dazu bereits die passenden Vorschriften und Gesetze. Denn es gibt bereits die sogenannte „Prospektpflicht„. Und ich wage nun einfach mal die Behauptung, dass vielleicht der ein oder andere nun überraschte Aktionär diesen nicht gelesen hat oder vielleicht nur überflogen hat.

Wer einfach mal gekauft hat, ist es selbst schuld. Man sollte voraussetzen, dass die Leute lesen können und auch wollen. Ich als definitiver Nicht-Käufer solcher Aktien habe mich durch die über 400 Seiten gewühlt. Sicherlich war es wenig überraschend, was da am Ende herauskam.

Letztlich verdient Zalando einfach kein Geld – also doch, im letzten Quartal mal ein bisschen was. Und außerdem: in der D-A-CH-Region sind die „eigentlich“ profitabel. Und man muss eben langfristig bei eCommerce-Startups denken, das amortisiert sich erst in sieben bis zehn Jahren. Jaja… „eigentlich“ profitabel ist eben nicht „profitabel“ – und wenn es in DACH läuft, dann lasst doch den Rest sein – und wenn es noch zehn Jahre dauert, dann wartet doch mit dem Kapitalmarkt. Oder noch besser: wundert euch nicht über das, was passiert ist.

Es war einfach zu erwarten für jeden, der sich etwas mit den beiden Firmen beschäftigt hat. Und wer sich angemessen mit den beiden Firmen beschäftigt hat und zu einem anderen Schluss gekommen ist, der hat vielleicht beim nächsten Mal mehr Glück.

Aber es gibt einfach keine Notwendigkeit, dass der Staat hier regulierend eingreift. Wer an die Börse will, die formalen Voraussetzungen erfüllt und (wie Zalando und Rocket Internet es getan haben) ordentlich, sachgerecht und ehrlich informiert, der soll es doch bitte auch dürfen.

Der Staat hat bereits gute Rahmenbedingungen gesetzt – und dabei sollte es nach meiner Meinung bleiben.


 

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