Markus Hof

Also, sowas… jetzt auch Samsonite…

Ich  verliere langsam den Glauben an die Marken, denen ich vertraute. Über Montblanc schrieb ich bereits eine Kleinigkeit, und nun folgt ein unschönes Erlebnis mit der Firma Samsonite.

Es war für mich mal wieder an der Zeit, eine neue Arbeitstasche zu kaufen. Das hatte verschiedenste Gründe, einer davon war schlicht, dass die bisherige etwas zu groß geworden war. Aber der Grund ist ja auch egal. Also entschloss ich mich dazu, diesmal bei Samsonite zu bestellen – eine Marke, der ich seit der Schulzeit gewogen bin und deren Qualität mich bereits öfter überzeugt hatte. Die betreiben nun auch einen Onlineshop und ich dachte mir, ich bestelle dann mal direkt beim Hersteller. Ich war mir darüber bewusst, dass es nicht die günstigste Alternative sein wird. Aber die Strahlkraft der Marke überzeugte mich. Also: bestellt!

Dann gab es irgendwelche Adressprobleme bei der Lieferung – und es dauerte. Die Sendungsverfolgung auf der Samsonite-Seite ist recht unübersichtlich und die bei UPS war sehr aussagelos – zumindest in diesem Fall. Also habe ich mich per Mail und telefonisch an den Kundendienst gewandt. Es schien, als sei man bereit, das Problem zu lösen und auch dazu in der Lage. Jedoch, nach weiteren Tages des Wartens, begriff ich, dass dies ein Trugschluss war.

Also rief ich erneut an und machte in netten, wenngleich deutlichen Worten, meinem Unmut Luft. Denn es ist okay, wenn mal etwas bei einer Lieferung schief geht, aber mir als Lösung nur das anzubieten, was augenscheinlich keinen Erfolg bringt… nunja, das finde ich etwas armseelig. Vor allem löst das mein Problem nicht, dass ich ja diese Tasche wollte. Also fragte ich die Dame am Telefon, wie denn Samsonite bei Deckungskäufen verfahre. Denn im BGB ist das ja recht eindeutig geregelt – vereinfacht gesagt: Liegt Verzug vor, kann man sich die Ware auf anderem Wege besorgen und ein etwaiger Schaden in Form eines höheren Preises muss dann vom Ursprungsverkäufer ersetzt werden. Geregelt ist das in § 383 BGB. Ich war gespannt auf die Reaktion. Aber ich hätte nicht mit dem gerechnet, was dann passierte.

So etwas mache Samsonite nicht, dies sei in den internen Anweisungen nicht vorgesehen. Ich wies also darauf hin, dass es ja geltendes Recht sei. Auch das sei egal, sagte die Dame, denn Samsonite mache das eben nicht so. Ich fragte sie daraufhin nach ihrem Namen – da dürfe sie mir nur ihren Vornamen sagen, so wolle das Samsonite.

Selbstredend, dass ich die E-Mailadresse des Pressekontaktes auch nicht gesagt bekommen habe – aber die findet sich natürlich auf der Presseseite. Und dort habe ich einmal angefragt, wie Samsonite das so hält mit dem deutschen Recht. Sobald ich etwas höre, werde ich es hier dazuschreiben.


Update:

Die Pressestelle von Samsonite hat sich gemeldet und wir hatten ein kurzes Gespräch. Auf meine Ursprungsfrage – ob Samsonite sich an geltendes Recht halten wolle – wurde mir gesagt, dass dies natürlich selbstverständlich so sei. Das war mir fast auch klar. Insofern bin ich beruhigt. Was mich zum einen gefreut hat und zum anderen verwirrt hat, war die Tatsache, dass die Dame der externen Presseagentur sich ernsthaft für den Fall interessierte. Zumindest das Gefühl vermittelte, ihr seien Kunden wichtig und sie wollte verstehen, was passiert war.

Das zeigte sich sowohl in der Gesprächsführung, wie auch in der schnellen Reaktion generell. Ein – der einzige – Lichtlick in diesem Thema.


 

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